Kostenlose Tools für ein effektives Web-Monitoring
In Zeiten von Social Media sind Unternehmen besonders daran interessiert, was im Internet über sie geschrieben wird. Denn jedem Internetnutzer ist es potentiell möglich, im Social Web Informationen jeglicher Art zu veröffentlichen und diese mit ihren Freunden zu teilen. Natürlich sind auch Produkte und Unternehmen Gegenstand von Diskussionen im Internet.
Auch unternehmenskritische Meinungen können sich durch die Kommunikationsmöglichkeiten des Web 2.0 rasant im Internet verbreiten. Wenn dann auch noch die Massenmedien dieses Thema für sich entdecken und einer breiten Medienöffentlichkeit zugänglich machen, kann sich dies schnell zu einer enormen Herausforderung für die Krisen-PR von Unternehmen entwickeln. Nicht selten tragen Unternehmen nicht nur einen massiven Reputationsverlust durch solche Krisen davon, sondern erleiden zudem auch nachhaltige finanzielle Verluste.
Damit kritische Themen gar nicht erst zu einer handfesten Unternehmenskrise eskalieren, gilt es, relevante Themen so früh wie möglich aufzuspüren und kommunikativ darauf zu reagieren. Nimmt man Themen mit Krisenpotential durch entsprechende Kommunikationsmaßnahmen schon präventiv den Wind aus den Segeln, kann eine Eskalation dieser Themen möglicherweise verhindert werden.
Aber wie lassen sich solche Themen in den Tiefen des Internet aufspüren? Mithilfe moderner Tools ist ein einfaches Monitoring schon mit geringem Ressourceneinsatz möglich. Hier sollen zwei kostenlose Tools vorgestellt werden, mit denen schon ein größer Teil des Internets überwacht werden kann: Google Alerts und Social Mention.
Google Alerts – Die Alarmglocke von Google
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Mithilfe von Google Alerts lassen sich individuell einstellbare Stichworte per Google-Suche überwachen. Sobald das gewählte Stichwort in den Suchergebnissen von Google auftaucht, schlägt Google Alerts Alarm. Der Nutzer hat hier die Wahl, sich über die neuesten Ergebnisse per Mail informieren zu lassen oder diese per RSS-Feed zu abonnieren. Die letztere Variante hat den Vorteil, dass alle überwachten Stichworte mithilfe eines RSS-Feedreaders (z. B. Google Reader oder Netvibes) aggregiert in einer Übersicht dargestellt werden können.
Positiv ist auch, dass Google Alerts die gängigen Suchparameter von Google versteht. D.h., wenn ich Inhaber der fiktiven Firma „Fruchtsaft Castrop Rauxel“ wäre, könnte ich mit dem Befehl
„Fruchtsaft Castrop Rauxel -site:www.fruchtsaft-castrop-rauxel.de“
das Web nach Inhalten zu meiner Firma überwachen, allerdings werden neue Beiträge auf meiner eigenen Website sinnvollerweise nicht berücksichtigt.
Für ein erstes Web-Monitoring reicht Google Alerts daher meistens schon aus.
Social Mention – Der Social Media-Alleskönner

Social Mention hat sich – wie der Name schon sagt – auf die Beobachtung von Social Media spezialisiert. Auch hier lassen sich Stichworte definieren, nach denen Social Mention automatiert das Social Web durchsucht. Die Ergebnisse lassen sich direkt auf der Seite verfolgen oder auch per RSS-Feed abonnieren. Mit “Social Mention Alerts” wird darüber hinaus ein integrierter Dienst angeboten, der ähnlich wie Google Alerts funktioniert. Mit Social Mention lassen sich nach eigenen Angaben über 80 Social Media Dienste verfolgen, darunter auch Brachengrößen wie Twitter, YouTube und Facebook.
Die Suchergebnisse werden darüber hinaus anhand weiterer Messgrößen differenziert. So wird beispielsweise der Anteil positiver, negativer oder neutraler Erwähnungen oder die Thematisierungswahrscheinlichkeit eines Stichwortes ausgegeben. Ob es sich dabei um verlässliche Angaben handelt, ist allerdings fragwürdig, da das Tool sicherlich nicht für den deutschen Sprachraum konzipiert wurde.
Fazit: Kostenlose Tool reichen fürs Erste vollkommen aus!
Klar ist, dass es kein Patentrezept für ein perfektes Web-Monitoring gibt. Alles in allem ist die Kombination aus Google Alerts und Social Mention schon mal ein guter Anfang. Jedes Unternehmen sollte aber individuell entscheiden, welcher Ressourceneinsatz für das Monitoring investiert wird. Etablierte Brands wie Adidas oder Mercedes werden höchstwahrscheinlich eher auf ein professionelles kostenpflichtiges Tool zurückgreifen. Für den Fruchtsafthersteller aus Castrop-Rauxel wird wahrscheinlich die kostenlose Variante ausreichen.
Schlussendlich sollten sich aber alle Unternehmen – ob groß oder klein – darüber im Klaren sein, dass sie im Internet thematisiert werden und schon ein unauffälliger kritischer Blog-Beitrag eine Unternehmenskrise auslösen kann – aber nicht muss.